Erstmals ist unser Musikverein in einer Wolfsbacher Hauschronik erwähnt: Eine „Wolfsbacher Musik“ empfängt einen Heimkehrer aus dem Bosnienkrieg im Jänner 1878 am Bahnhof St. Peter/Au (siehe Hauschronik Mayer/Weidach). In den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wird – initiiert von Schulmeister Schöberl – die „Punzhuber-Musik“ gegründet. Lehrer Schöberl kümmert sich aber nicht nur um den Nachwuchs der Blasmusik, er bildet auch die Geiger aus.
 

CHRONIK

Die Punzhuber Musik mit Oberlehrer Schöberl (um 1905)
1. Reihe von links: Piringer/Schaching, Johann Punzhuber/Tannholzberg, Schulmeister Florian Schöberl, Ignaz Rohringer sen., Franz Pissenberger, Josef Punzhuber/Erkersdorf
2. Reihe von links: Michael Miemelauer (mit Trommel), Franz Rohringer/Grubbauer, ? Öfferlbauer, Ignaz Rohringer/Weg, Michael Rohringer/Weger-Häusl, ?
im Hintergrund: Ernst Aichberger, Franz Tempelmayer (Wirt) u. a.

Nach 1920 tragen die Musikanten Veteranenuniform. Im Jahr 1925 wird nach internen Zwistigkeiten die Kapelle „Jung Wolfsbach“ gegründet, die Punzhuber-Musik bleibt aber noch bis 1930 bestehen. Bisweilen treten bei diversen Festen sogar beide Kapellen auf. Eltern junger Musiker finanzieren den Ankauf von Instrumenten und Notenmaterial vor; 1927 wird die Musikkapelle „Jung Wolfsbach“ von der FF Meilersdorf mit Blusen eingekleidet und in weiterer Folge oftmals auch als Feuerwehrmusik Meilersdorf bezeichnet.

„Feuerwehrmusik“ Meilersdorf (1931) - Die jungen Wolfsbacher
Liegend von links: Franz Krenslehner (Auerbauer), Alois Mitterer, Karl Löckinger
1. Reihe von links: Franz Wagner, Franz Pechhacker, Josef Sturm (Dirigent), Franz Gruber (Stabführer), Johann Wagner (Kapellmeister), Franz Pichler, Josef Hofschwaiger
2. Reihe von links: Franz Kriener (Holzing), Leopold Rosenberger, Ludwig Rosenberger, Leopold Mitterer, Josef Hochwallner, Franz Prinz, Ignaz Pechhacker, Karl Überlacker
3. Reihe von links: Karl Zehetner, Franz Pfaffeneder, Johann Illich, David Halpartschlager, Josef Leitner (Aukental), Karl Hinterbuchinger/Rudersberg, Franz Halbmayr

Die Punzhuber-Musik hatte auch ein kleines eigenes Salonorchester unterhalten, das die Zwischenmusiken bei Theateraufführungen des Männergesangsvereines übernommen hatte, so stellt nunmehr eben die neu gegründete Musikvereinigung ein derartiges Streicherensemble. Die Folge ist eine enge Kooperation mit dem Männergesangsverein, die Bezeichnung „Musik- und Gesangsverein“ (mit stets getrennter Geschäftsgebarung) bestätigt dies.Trotz des politischen Umsturzes 1938 bleibt die Musik weiter bestehen, erst 1942 muss der Spielbetrieb eingestellt werden.Doch schon im Jahr 1945 beginnt man mit lediglich 18 Musikern wieder zu spielen; durch intensive Ausbildung wächst der Klangkörper rasch wieder an.
1950 wird feierlich das 25-jährige Gründungsfest gefeiert, es erfolgt auch eine Neueinkleidung.

Neu eingekleidete Musikkapelle (1950)
Liegend von links: Franz Stöger, Alois Halbmayr, Franz Krenslehner
1. Reihe von links: Georg Pechhacker, Josef Rohringer, Leopold Rosenberger, Franz Wagner, Franz Prinz, Josef Sturm (Dirigent), Johann Wagner (Kapellmeister),
                               Franz Pichler, Josef Hofschwaiger, Josef Sturm, Josef Penzendorfer
2. Reihe von links: Josef Tanzer, Leopold Bader, Johann Haumer, Franz Halbmayr, Ludwig Rosenberger, Ignaz Halbmayr (Stabführer), Franz Mitterer, Alois Halbmayr,

                                Josef Wagner, Karl Gugler
3. Reihe von links: Josef Leitner, Josef Halbmayr, Bert Feigl, Johann Reindl, David Halpartschlager, Franz Großschopfer, Karl Kammerhofer, Franz Hörtler, Adolf Penzendorfer,

                                Leopold Puchberger

1959 geht man erstmals auf „Konzert-Reise“ nach Groß-Höflein (Bgld.). 1960 wird die Musikkapelle mit der NÖ Landestracht ausgestattet. Es werden damals schon Wertungsspiele, Marschmusikwettbewerbe oder auch Trachtenfeste (zB in Krems) besucht.
Erst am 18. 6. 1970 wird aus der Musikkapelle ein Musikverein.
1975 ist wieder ein Jubiläumsjahr, man feiert mit einem Blasmusiktreffen auf Bezirksebene. 1977 nimmt man am Landesmusikfest teil, 1979 wird ein Frühlingskonzert dargeboten und zudem auch erstmals eine Musikerin als aktives Mitglied im Verein aufgenommen.
Im Juli 1980 scheidet Maximilian Stöffelbauer als Kapellmeister und Musiker aus dem Verein, Rupert Halbmayr übernimmt nun diese Funktion.

Die Musikkapelle im Jahr 1980 im Probenlokal (Gh Berndl-Forstner) (Foto: Cisar, Haag)
1. Reihe (sitzend) von links: Josef Tanzer, Karl Aichberger (Stabführer), Rita Wimmer, Bgm. Alois Halbmayr (Obmann-Stv.), Johann Berndl-Forstner (Obmann),

                                              Gabriele Penzendorfer, Rupert Halbmayr (Kapellmeister), Rudolf Stöger
2. Reihe von links: Franz Stöger, Franz Hörtler, Franz Wimmer, Johann Pfaffeneder, Karl Aichberger, Franz Palmetshofer, Waltraud Aichberger, Gabriele Aichberger,

                               Manuela Aichberger, Wolfgang Aichberger
3. Reihe von links: Josef Gugler, Peter Penzendorfer, Wolfgang Penzendorfer, Josef Passenbrunner, Johann Fellner, Gerhard Latschbacher, Martin Hiesberger,

                                Karl Grottenthaler, Gerhard Zatl
4. Reihe von links: Hermann Schaupp, Adolf Penzendorfer, Franz Halbmayr, Alois Mitterer, Josef Kogler, Herbert Kogler, Leopold Schatzeder, Walter Pfaffeneder

1982 folgt eine Deutschland-Reise nach Witterschlick und Bonn, wo man auch konzertiert.
Seit 1983 werden in ununterbrochener Reihenfolge Frühlingskonzerte auf hohem Niveau abgehalten.
Ab 1985 steht dem Musikverein in der Person von Rupert Halbmayr erstmals ein geprüfter Kapellmeister vor.
1989 wird der Musikheimbau in Angriff genommen, das nach großem Engagement aller Musiker bereits 1992 eingeweiht werden kann (100m² großer, modern eingerichteter Probenraum + Registerprobenzimmer + Aufenthaltsraum + Büro).

Die Musiker vor ihrem Musikheim (1992) (Foto: E. Halbmayer)

1. Reihe (sitzend) von links: Reinhard Riedel, Franz Wimmer, Karl Aichberger, Josef Tanzer, Regina Latschenberger, Johann Berndl-Forstner (Obmann),

                                              Johann Pfaffeneder (Stabführer), Rupert Halbmayr (Kapellmeister), Karl Gugler (Obmann-Stv.), Waltraud Mair, Rudolf Stöger, Waltraud Kammerhofer,

                                              Margit Gartlehner, Elfriede Seidel, Sigrid Halbmayr
2. Reihe von links: Manfred Wagner, Josef Gugler, Peter Penzendorfer, Franz Wagner, Wolfgang Eder, Josef Gruber, Ernst Walterer, Gerhard Staudinger, Susanne Aichberger,

                                Gerlinde Labner, Gerald Hofschwaiger, Sonja Kirchweger, Robert Wagner, Wolfgang Aichberger
3. Reihe von links: Josef Passenbrunner, Roland Punzhuber, Alois Mitterer, Josef Aichberger, Wilfried Gruber, Wolfgang Halbmayr, Josef Hohensteiner, Christian Jechsmayr,

                                Karl Tanzer, Georg Gruber, Manfred Stöger
4. Reihe von links: Walter Pfaffeneder, Hermann Schaupp, Adolf Penzendorfer, Leopold Schatzeder, Walter Halbmayr, Wolfgang Stöffelbauer, Rudolf Schaumberger,

                                Wolfgang Penzendorfer

1993 kann bei der Konzertmusikbewertung (Mittelstufe) zum neunten Mal in ununterbrochener Reihenfolge ein „Ausgezeichneter Erfolg“ erreicht werden, was 1994 die Überreichung der Dirigentennadel in Gold sowie die Zuerkennung des „Ehrenpreises des Landeshauptmanns von NÖ“ zur Folge hat. Auch in den letzten Jahren hat man immer wiederum Auszeichnungen erspielt, bislang viermal auch in der Oberstufe. Im Jahr 2003 hält der Musikverein bei einer stattlichen Anzahl von 62 aktiven MusikerInnen, die seit 1998 in neuer Tracht mit blauem Janker und schwarzer Kniebundhose ausgestattet sind.

Musikverein Wolfsbach im Jubiläumsjahr 2000

1. Reihe (sitzend) von links: Karl Aichberger, Franz Wagner, Karl Tanzer (Obmann-Stv.), Wolfgang Aichberger (Stabführer), Birgit Mitterer, Johann Berndl-Forstner (Obmann),

                                              Rupert Halbmayr (Kapellmeister), Elisabeth Halbmayr, Rudolf Stöger, Susanne Halbmayr, Sonja Kirchweger, Sigrid Halbmayr

2. Reihe von links: Roland Punzhuber, Gerald Hofschwaiger, Thomas Sindhuber, Robert Wagner, Reinhard Gruber, Gerlinde Labner, Elisabeth Labner, Thomas Teufel,

                               Reinhard Bichler, werner Teufel, Waltraud Neid, Sandra Schirghuber, Claudia Schäffer, Heidemarie Jechsmayr, Mathilde Gugler, Elfriede Seidel, Manfred Stöger

3. Reihe von links: Josef Gugler, Daniela Schirghuber, Peter Penzendorfer, Reinhard Riedel, Franz Wimmer, Josef Gruber, Johannes Pfaffeneder, Thomas Schörghuber,

                                Georg Gruber, Wolfgang Penzendorfer, Alfred Rittmannsperger, Gerhard Staudinger, Reinhard Hochwallner, Peter Großbichler

4. Reihe von links: Christian Jechsmayr, Walter Pfaffeneder, Hermann Schaupp, Josef Hohensteiner, Wolfgang Halbmayr, Harald Berndl-Forstner, Walter Labner, Wilfried Gruber,

                               Alois Mitterer, Josef Aichberger (Kpm.-Stv.), Wolfgang Eder, Stefan Grübler, Manfred Wagner

Nicht am Foto: Waltraud Kammerhofer, Johann Pfaffeneder, Roland Pfaffeneder

Die Trachtenmusikkapelle Wolfsbach drückt im Dorfleben jedenfalls das beglückende Gefühl der Festtagsfreude ebenso aus wie mitunter auch jenes von Trauer und Leid; dieser Klangkörper leistet stets den passenden musikalischen Beitrag zum Wohle und Vergnügen eines funktionierenden Gemeinwesens.

Ohne Musikkapelle wäre das Leben in unserer Gemeinde jedenfalls in vielen Belangen eintöniger!